«LEBENDIG MACHEN!», steht zu hause auf meinem bürotisch.
sulsseewli 1921 m ü. m., berner oberland
Mit dem Erzählen meiner Vatergeschichte wurde ich lebendig. Bis zu meiner Volljährigkeit befand ich mich in einer Art Fluchtmodus. Alles, was mit meinem Vater zu tun hatte, versuchte ich zu vermeiden, gerade so als gäbe es ihn nicht. Meine Beziehung zu ihm war von Scham und Angst geprägt. So war diese Umkehr zu ihm ganz zuerst eine Hinwendung zur Wahrheit über mich selbst. Ich wendete mich darin erstmals ernsthaft meinem Herzen zu. Dabei entdeckte ich, was Vaterschaft mit meiner Identität als Mann und mit meiner Suche nach Lebenssinn zu tun hat. Ich erkannte, dass mein Herz nur richtig funktionieren kann, wenn diese Frage nach dem Vater geklärt ist.
Heute glaube ich, dass viele unserer Berufungen verschüttet sind, weil wir wenig oder nie über unsere Väter sprechen. Ungeklärte Vatergeschichten halten uns zurück, schneiden uns vom Leben ab, lassen uns heimatlos zurück. So tragen viele Männer ein stumpfes Herz mit sich herum. Manchmal wurde es gar ganz zerbrochen, wie das Schwert in der Geschichte «Der Herr der Ringe» von J. R. R. Tolkien.
Eine der wichtigsten Fragen, die sich ein Mann darum stellen sollte ist: «Wie gehe ich mit meinem Herz um?» Bei aller Leistungsfähigkeit braucht ein Mann Bedeutung, unabhängig von Leistung - inneres Leben, einen Ort, an dem er bedingungslos geliebt ist. Er braucht Heimat für sein Herz, aber auch einen Kampf, den zu kämpfen es sich lohnt.
Ich möchte dich ermutigen, diesen Weg zu gehen. Und bin dabei gern an deiner Seite.
Das Herz ist das Organ, das auf die Sinnsuche gehen kann. - Raphael Bonelli
